Dienstag, 6. September 2016

Wonderland wonders

oder: Leben ist das, was dir passiert, während du dabei bist, Pläne zu machen ... Oder so heißt es doch?

Der Plan (im Februar -muhahahaha) war, wieder mehr zu schreiben, zu bloggen...

und dann passierte mir das Leben. So wie Franziska Ferber Hier im Wonderland schreibt, man beginnt, sein Leben zu gestalten.

Und ich habe endlich wieder gelebt, nicht als Kinderwunschfrau, nicht als CNBC, nicht als OK-Frau, nein, als Mensch - als ich. Es war einfach nicht relevant, dass ich kein Kind haben werde.

Und doch, so langsam merke ich, dass ich mich wieder öffnen kann, dem Kinder(Wunsch)Abschiedsthema und ich möchte wieder aktiv(er) werden.

Das ist mir bewusst geworden. Deshalb bin ich jetzt zurück - habe erstmal mein Passwort gesucht und habe nun erfolgreich alles reaktiviert... Oh wonder - oh wonderland ... Good to be back again.



❤️ Fi

Sonntag, 13. März 2016

All the difference

Sonntag Nachmittag auf dem Sofa. Die Sonne scheint, draußen ist es kälter als es scheint, aber wärmer als in den letzten Wochen. An mich gekuschelt liegt das Katertier und seufzt im Schlaf.

Ich liebe diese ruhigen, entspannten Stunden. Und besonders jetzt weiß ich sie zu schätzen, denn es war auch schon anders. Es gab Zeiten, da grauste es mir vor dem Sonntag Nachmittag, denn dem Sonntag folgt der Montag und das bedeutete: Büro. Oder noch früher: Rückgabe der Klassenarbeit - wahlweise Mathe oder Latein, die mir den Sonntag vermiesten.

Beim Blick auf den Kalender wird mir bewusst, dass wir Anfang März haben. Vor 2 Jahren um diese Zeit wären wir Eltern geworden. Letztes Jahr um diese Zeit würde uns der Diagnosefehler mitgeteilt, der zum endgültigen Aus wurde.

Schon erstaunlich, dass es erst so kurz her ist und trotzdem gefühlt schon so weit entfernt.

Ich bin angekommen, bei mir, im Wonderland und ich kann mir nicht vorstellen, zurück zu gehen.

Und ich bin mittlerweile der Ansicht, mein Leben mit Kind wäre nicht wertiger - es wäre anders, ja, aber es wäre nicht besser. Es liegt in dir selbst, was du daraus machst.

Nehmen wir doch mal meine Freundin - nennen wir sie mal Anna - also, meine Freundin Anna, eine paar Jahre jünger als ich, war lange das Küken in der Clique. Anna hat Mann und Kind, alle sind gesund, ein Haus gebaut, nen stressfreien Teilzeit Job und lebt das Gegenteil von meinem Leben, das Leben, das ich mir so ähnlich auch gedacht hätte. Und trotzdem ist sie nicht zufrieden mit ihrem Leben. Weiss nicht, was sie mit sich und ihrem Leben anfangen soll und das mit Anfang 30. Da hilft es auch nichts, hübsche Familienfotos auf Faceb**k zu posten, die nach FriedeFriedeEierkuchen oder wir spielen Vater-Mutter-Kind aussehen.

Meine Lebensvision wurde dagegen völlig umgekrempelt und trotz allem möchte ich nicht tauschen. Ich bin den schweren, den steinigen Weg zu mir selbst gegangen - und habe dabei viel über mich selbst gelernt.

Meine größte Sorge jedoch, dass unsere Ehe, unsere Partnerschaft dies nicht übersteht, hat sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil. And that makes all the difference.

Mein Grundschulfreund hat mittlerweile 3 Kinder, der Bruder einer Freundin, in den ich lang und heftigst verliebt war, hat 2 und selbst der Mann, mit dem ich kurzzeitig eine Gefühlsverirrung hatte, hat mindestens 1 Kind. Mit mir wäre ihnen die Vaterschaft nicht vergönnt gewesen und wer auch immer dort oben den Schicksalsteppich webt, hat die Fäden früh genug gekappt. Denn der einzige Mann, der diesen Weg mit mir gehen kann, ist an meiner Seite.

All the difference.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntagabend. Schätzt, was ihr habt, meine Lieben. ❤️

Fi

Dienstag, 23. Februar 2016

Das Leben ist wie ....

eine Schachtel Pralinen.... jaja, Forrest, wir wissens.
 
Trotzdem. Manch eine Praline sieht von außen ganz toll aus und wenn man hineinbeisst... pfui, sie schmeckt überhaupt nicht und man möchte sie am liebsten wieder ausspucken. Manch eine ist ganz unscheinbar und schmeckt unglaublich köstlich. Manch eine sieht langweilig und gewöhnlich aus und im ersten Moment schmeckt sie auch nicht besonders, aber dann... wenn man eine zweite oder dritte davon isst, dann erkennt man, dass man sie eben doch sehr mag.
 
Na, wer hat jetzt Lust auf ein Pralinchen? Greift in die Schachtel, schmeckt das Leben... es hat so viel mehr zu bieten als immer nur die eine, gleiche Sorte Pralinen. Meine Pralinenschachtel der letzten Monate hatte sehr viel Überraschendes in sich, manches altvertraut, manches neu und unbekannt. Es lohnt sich manchmal, einfach mal in einem anderen Pralinenlädchen sein Glück zu versuchen.
 
Jetzt hab ich irgendwie Lust auf was Süsses..., dieses ganze Geschreibe über Pralinen und Schokolade...*seufz*
 
Dabei bin ich eigentlich eher der herzhafte Typ. Bei der Wahl zwischen Kuchen und Butterbrot gewinnt meist das Butterbrot. ;-)   Hach, son lecker Bütterken ....
 
Kennt ihr auch Leute, die im Restaurant (fast) immer das Gleiche bestellen? Beim Italiener immer die Pizza Hawaii, auf dem Weihnachtsmarkt immer die Bratwurst mit Senf, halber Meter bitte, beim Griechen-um-die-Ecke das Gyros-mit-Metaxassosse und beim Bäcker immer ein Kürbiskern- und ein Sesambrötchen?
 
Ich beobachte das unheimlich gern, das Bestellverhalten der Leute. Da gibt es die Immer-das-Standard-Gericht-Besteller oder auch die Unentschlossenen, die ewig für eine Bestellung brauchen oder auch die Umbesteller, die ihr Essen niemals so wie auf der Karte bestellen (da freut sich jeder Koch) "ach, und bitte einen kleinen Blattsalat ohne Dressing auf einem kleinen Extrateller".  
 
Mein Mann und meine Schwester sind zum Beispiel Standard-Gericht-Besteller. Zu 85% kann ich vorher schon sagen, was wo bestellt wird. Mein Bruder ist ein Experimenteur, der gern auch mal neue Sachen probiert. Meine Mama ist die Unentschlossene. Mein Schwager wartet mit seiner Bestellung immer, bis alle bestellt haben, damit er dann nicht etwas wählt, was schon jemand anderes am Tisch bestellt hat.
 
Am Wochenende feiern wir den 95. Geburtstag der Schwieger-Omi - im Lokal, die ganze Mannschaft - ich hoffe, wir können a la Carte bestellen, ich hätte Lust auf weitere Feldstudien.
 
Vielleicht gibts danach ja noch ein Pralinchen für jeden?
 
 
LG,
Fi
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Donnerstag, 18. Februar 2016

Sanfter Tritt in den Allerwertesten

Ja, ich geb's zu: ich sollte mich schämen. Einen neuen Blog starten (nachdem ich lange überlegt hatte), 5 mal posten --- dann vor lauter Leben das bloggen schleifen lassen, das Passwort nicht mehr erinnern können (also, zumindest glaubte ich das) und mich einfach mal totstellen.

Die Wahrheit ist: ich bin ein Bär. Und die halten Winterschlaf.

Mmmh. Glaubt ihr wahrscheinlich auch nicht. Oder?

Also, ich gelobe Besserung.

Wie mir Sonntag glaubhaft versichert wurde, ist mir eine Leserin sicher.

Vielleicht finden ja noch ein paar mehr zurück...  Ich freue mich auf euch!

Und überlege mir bis dahin, worüber ich hier künftig blogge. ❤️

Habt ihr Themenwünsche?

Alles Liebe,

Fi





Sonntag, 11. Oktober 2015

Warum die Dinosaurier ausgestorben sind (und ein Downton Abbey Spoiler ganz am Ende)

Die Dinosaurier verschwanden vor rund 65 Millionen Jahren von der Erde. Nach 160 Millionen Jahren, starben sie am Ende der Kreidezeit aus. Auch während des Erdmittelalters gab es Dinosaurier, die sich entwickelten, ausstarben oder weiterentwickelten. [...]

Warum die Dinosaurier am Ende des Erdmittelalters relativ schnell komplett ausstarben, ist bis heute nicht geklärt.

Möglich ist, dass die Dinosaurier nicht plötzlich, sondern allmählich ausstarben, weil sich in der Kreidezeit die Lebensbedingungen überhaupt veränderten. Die Kontinente verlagerten sich durch Bewegung der Erdkruste. Dadurch wandelte sich das Klima und die Pflanzenwelt veränderte sich. Den Dinosauriern fiel es schwerer Nahrung zu finden. Auch die Brutmöglichkeiten verschlechterten sich und so starben erst einzelne Arten.  (Quelle: http://www.wasistwas.de/archiv-natur-tiere-details/warum-sind-die-dinosaurier-ausgestorben-1.html) 

Häääh? Watt? Was soll denn diese Einleitung, die vielleicht eher in die Grundschule gehört als in einen Blog zum Thema Leben ohne Kind. Sind wir Dinosaurier? Vom Aussterben bedroht? Keine Kinderlosen mehr? Ich sehe schon jetzt alle Kinderwunscherfüller zittern und bibbern. Kliniken, Therapeuten, die gesamte Pharmaindustrie schreit: "Huch!" 

Keine Angst. Ich glaube nicht daran, dass wir aussterben. Es wird uns immer geben. Gewiss. Aber ich glaube daran, dass wir uns, wenn wir den Weg durch Mordor geschafft und den Ring endgültig ins Feuer geworfen haben, verändern. Transformieren. Durch die Auseinandersetzung mit uns selbst. Nur, wenn wir das tun und unser Schicksal annehmen, dann bleiben wir eben nicht Dinosaurier. Wenn wir, wie Dinos auf das fixiert blieben, was uns während der Kinderwunschzeit angetrieben hat und dieses uns nicht mehr nähren kann, dann werden wir eingehen, verkümmern und sterben. Ein trauriges Skelett, dass vielleicht irgendwo versteinert und in Jahrmillionen von irgendwelchen Wisschenschaftlern ausgegraben, bestaunt und analysiert wird. Das Fragen beantwortet und Rätsel aufgibt. 

Deswegen möchte ich denen, die an der Grenze zur Mordor stehen oder ihren Weg hindurch schon bestreiten, sagen: ja, es ist hart. Unendlich. Und manchmal zweifelt man daran, ob man die Kraft hat, weiterzugehen. Manchmal hat man sie nicht. Und dann findet man sie wieder. Und dann steht man dort, irgendwann, nach unendlich langem Kampf. Man wirft den Ring ins Feuer und während er fällt und fällt, dich ruft und du ihm hinterherschaust, fühlt es sich total unwirklich an. Wie im Traum. Und alles ändert sich. 

Dein gesamtes Lebensumfeld ändert sich, das Klima und deine Pflanzenwelt. Die gesamte Atmosphäre. Die Kontinente verlagern sich durch die Bewegung der Erdkruste, ausgelöst durch den Ring in der glühenden, heißen, blubbernden und wabernden Lava, im Erdkern. 

Wenn du dich darauf einlässt, auf deine Transformation, auf dein Innerstes besinnst und deine Weiterentwicklung annimmst, dann bist du alles, was du vorher nicht warst. Du kannst alles sein. Alles erreichen. Hab den Mut zu neuen Träumen, dein Weg ist nicht zu Ende. Du wirst nicht zum verstaubten Skelett, zum Gegenstand der Forschung. Steig auf zu den Sternen und funkel, was das Zeug hält! 


Das wollte ich nur mal gesagt haben. 

Wie ist es nun? Hier, bei mir, in meinem persönlichen Wonderland? In den letzten Wochen war ich wenig online unterwegs - dabei wollte ich eigentlich so viel schreiben. Hier sind Dinge im Gange, sag ich euch, Dinge... 

Es ist vielleicht ein wenig früh für einen Jahresrückblick, aber es stehen ja auch schon seit September Lebkuchen und Marzipankartoffeln und Weihnachtsmänner in den Läden. 

Der neue Job? Ein Traum. Ich kneif mich jeden Tag beim Aufwachen und warte, dass die Seifenblase platzt. Tut sie aber nicht. Ein tolles Team, ein spannendes Aufgabenfeld und eine Chefin, die einfach spitze ist. Mein Tagesrythmus hat sich total verändert, erst einmal dadurch, dass ich nun endlich wieder durchschlafe. So richtig. Und deshalb auch leistungsfähiger bin tagsüber. Konzentrierter im Job und gleichzeitig entspannter. Ich mache Pausen. Auch ganz neu. Also, regelmäßige Mittagspausen. Mit Essen. Ungewohnt, aber sehr gut. Eine ganz, ganz neue Lebensqualität. Da mag jetzt manche Leserin sagen, na und? Ist doch nix besonders. - Wenn dem so ist, sei froh und schätze es. Es geht nämlich auch anders. Wenn der Mann mich jetzt abends fragt, und? wie wars im Büro? Dann sag ich "schön" und es ist eben nicht mehr ironisch oder sarkastisch gemeint. 

Die ganze Woche schon höre ich auf dem Weg von der Arbeit oder zur Arbeit öfters einen Song im Radio und immer wenn er kommt, dreh ich das Lautstärke-Knöpfchen ein bisschen lauter. Die Band heißt Rauschenberger (Notiz an mich selbst: wie kommen die auf diesen Namen??? ) und der Song heißt "Erster Tag" ...  ich singe gern mit und dichte mir den Refrain ein bisschen um, einfach, weil es so gut passt und mir so gut gefällt: 
 

Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens
Auf Entschuldigungen wartet ihr hier jetzt vergebens
Hab grade mal gelernt, in diesem Leben zu stehen
Jeder Tag ein Neustart und neue Wege gehen



Und sonst? Kinder und so? Babies? Yepp. Gibt es. Macht aber nix mehr mit mir. Es tut nicht mehr weh, Schwangerschaftsbekundungen lösen keine Tränen mehr aus, kein Bedauern, keinen Neid. Ich nehme sie war, als das was sie sind, Kinder, kleine Menschen - nicht meine. Manchmal süss, zauberhaft und entzückend, dass ich denke "hach, nett". Manchmal ätzend, übel und nervig, dass ich denke "Gottseidank nicht mein Problem". 

Hat eine von euch neulich zufällig die "Höhle der Löwen" geguckt? Als diese zwei Jungs da waren mit diesem überaus stylischen, konfigurierbaren, schadstoffreien Kinderwagen. Ok, ich gebe zu, DEN hätte ich gern gehabt. Auch ohne Baby. Aber wahrscheinlich, weil ich Kinderwagen mag, hübsche, stylische und weil ich es mag, Dinge zu konfigurieren. Ich meine 7 Millionen Möglichkeiten? Das ist mal cool. Aber ich fürchte, wenn ich so einen kaufe und meine Katze darin spazieren fahre, sperrt mich wer in die Klapse. Und er hätte wohl auch recht. Crazyoldcatlady. Höhöhöhö.

Ansonsten werde ich auch überall vom Kinderwunsch verfolgt - Literatur. Ganz sicher. Ich kaufe mir einen neuen, spannenden Thriller im Urlaub. Und was passiert: Antrieb der Mörderin: unerfüllter, nicht verarbeiteter Kinderwunsch. Tztztztz. Trotzdem, es war richtig gut zu lesen, ein Vormittag hat gereicht. 

Oder Downton Abbey. Ich schreibe das absichtlich ganz ans Ende. Wahrscheinlich hat bis hierher eh niemand mehr durchgehalten, aber was solls. Die, die noch da sind und nicht die aktuelle (und damit meine ich nicht deutsch aktuelle Staffel gucken), besser hier mal drüber lesen. Ich schreibs auch ganz klein. Und mach nen fetten Absatz. Achtung, jetzt kommt der Spoiler:





So. Also, für die, denen es eh Wurst ist: auch in dieser Serie bleiben wir weiterhin nicht verschont zum Thema Kinderkriegen und Kinderwunsch. Nachdem die gute Sibyll ja bei der Geburt verstorben ist, Lady Mary ebenfalls erst einen gynäkologischen Eingriff hinter sich bringen musste, damit es klappte mit dem heißersehnten Erben und Lady Edith das Thema uneheliches Kind auf vortrefflichste bedient hat, muss nun die arme Anna (nach TodbeimS**Vertuschung, Vergewaltigung, Mordverdacht nun auch noch mehrere Fehlgeburten durchstehen und verzweifelt fast am Umstand, keine Schwangerschaft halten zu können - UND fühlt sich selbstverständlich als die Alleinschuldige an dieser Situation. Doch wir dürfen hoffen, *g* auch 1925 gab es scheinbar schon Mittel und Wege und ihr Problem ist zwar für ihre Zeit unendlich groß, und scheint mit Unterstützung von Lady Mary und einem Londoner Doktor behebbar. Wir werden sehen... es deutet sich etwas an... Wait and see...




So, genug gespoilert. Wie ihr seht - wenn ihr noch da seid - Transformation geglückt. Ich hätte nicht gedacht, dass es geht. Im letzten Jahr um diese Zeit war es dunkel. Ziemlich dunkel. Da wäre all dies nicht möglich gewesen. Doch ich bin, zum ersten Mal seit mehr als 5 Jahren, völlig mit mir und meinem Leben im Reinen. 




Habt eine gute Woche!




Samstag, 19. September 2015

Machen Kinder älter?

Die letzten Wochen waren sehr turbulent - den alten Job gut zu Ende bringen, den neuen beginnen, dazwischen jede Menge private Termine ... ich hoffe, dass ich nun endlich in ruhigeres Fahrwasser gerate und auch wieder mehr Zeit für mich und euch habe. 

Zum ersten Mal seit langer Zeit bin ich mit meinem Leben wieder zufrieden. Wirklich zufrieden. Dieses Gefühl kommt von innen heraus, ist nicht von außen übergestülpt, weil es so schön zu neuen Blog passt. Natürlich, ich hätte sehr gern - liebend gern - ein Kind, Kinder gehabt. Aber es ist nun mal nicht zu ändern, es wird nicht geschehen, jedenfalls werde ich in diesem Leben kein leibliches Kind zur Welt bringen. Das ist eine Tatsache und ich habe sie akzeptiert. Im Kopf. Im Herzen. Doch ich neide den Müttern dieser Welt ihre Kinder nicht - und ich sehe ein Kind nicht als die absolute Glückseligkeit. Ich habe mich tatsächlich aufgemacht zu neuen Ufern, erlebe neue Abenteuer - die mich mir vor ein paar Jahren, ja selbst letztes Jahr um diese Zeit nie erträumt hätte. Es eröffnen sich ganz neue Horizonte - weit und unendlich. Befreit, ja ich fühle mich befreit von den Fesseln des unerfüllten Kinderwunsches. 

In der letzten Woche übernachtete eine Freundin auf der Durchreise bei uns und wir sind nach Feierabend ausgegangen, um mit ein paar Cocktails auf den neuen Job anzustossen, den ich am Tag zuvor begonnen hatte. Dabei erzählte ich ihr, dass ich am selben Tag ein tolles Kompliment bekommen hatte. Im Gespräch mit den neuen Kollegen kamen wir darauf, wie lange ich meinen vorherigen Job ausgeübt hätte und beide schauten mich mit großen Augen an und fragten, wie alt ich denn wäre. Die 37 wollten sie mir erst überhaupt nicht glauben - denn ich wurde wesentlich jünger geschätzt: "noch nicht mal 30 hätte ich jetzt gesagt" ....
  
Na, geht das nicht runter wie Öl?  

Meine Freundin, auch eine OhneKind-Frau, hatte da ihre ganz eigene Theorie. Sie meint, das läge vor allem an 2 Punkten: 

1. wir sind beide keine dürren Hungerhaken, die paar Pfündichen mehr auf den Rippen machen zumindest keine Falten im Gesicht - außer ein paar kleinen Lachfältchen 

2. wir haben keine Kinder. Gleichaltrige Freundinnen mit Kind(ern) sehen tatsächlich in vielen Fällen älter aus als wir. 

Und ich hatte gedacht, es läge daran, dass ich weder rauche noch Kaffee trinke - war meine Antwort.

Ja, aber wir trinken Alkohol und leben nicht immer so gesund wie wir sollten - und wir sähen trotzdem tippitoppi aus, meinte sie. 

Also, mir ist im Grund Wurst, WARUM ich für unter 30 durchgehe - ich hätte ja gesagt, es liegt an den guten Genen, aber dass da bei mir einiges im Argen ist, haben mir ja nun diverse Ärzte bestätigt, Doch wenn ich schon nicht weiter zur Erhaltung der menschlichen Art beitrage, dann sehe ich dabei immerhin noch jung und frisch aus.


;-) 

Bleibt mir gewogen, meine Schönen!




Dienstag, 18. August 2015

Der Wind der Veränderung

Hört ihr das? Dieses Rauschen? Dieses Brausen? 

Der Wind der Veränderung wirbelt hier einiges durcheinander. Ich habe den Hammer aus der Hand gelegt, man lese dazu hier, ganz bewusst und meine Linie in den Sand gezogen. Und der Wind hat ganz viel aufgewirbelt und den Wunsch nach Veränderung geweckt. Und ich habe wie eine typische Frau reagiert. Erstmal zum Frisör - Haare ab! Farbe neu! Eine richtige Typveränderung - und es ist großartig, all die vielen Komplimente zu bekommen. 

Ich fühlte mich so lange so klein und ungesehen, hatte meine Strahlkraft verloren. Wie in dieser Wäschewerbung, die kennt ihr sicher. Die Werbedame hält ein altes Unterhemd hoch, vergraut und unansehnlich - so fühlte ich mich zuletzt. Dann ab in die Waschmaschine, neues Waschmittel rein, kräftig durchgewirbelt und das Weiß ist so strahlend, dass selbst Meister Proper dagegen verblasst. 

Doch das allein reichte mir nicht an Veränderung - ich wollte mehr. Den Mann wollte ich nicht ändern, niemals im Leben. Die Wohnung ist auch gemütlich und umziehen wollte ich auf keine Fall. Also auch hier keine Veränderung. Und das Katertier ist perfekt wie es ist. Tja, was bleibt da noch? Ich habe mich einfach mal beworben. Und was soll ich sagen? Nächsten Monat beginne ich einen neuen Job - einen Traumjob, wirklich. Es hat wahnsinnig schnell geklappt und ich habe so positives Feedback bekommen. 

Nach all den Rückschlägen, dem ständigen Scheitern in einem Bereich, auf den ich nur bedingt Einfluss hatte, ist es großartig, wieder selbst Einfluss nehmen zu können. Das, was ich erreicht habe, habe ich selbst, ganz allein aus mir heraus geschafft. Ein tolles Gefühl. 

Lange habe ich genau das hinten angestellt - denn den Job wechseln kam nicht in Frage. Zu unsicher mitten im Kinderwunsch. Aber wie singt der Herbert G. so schön?: 'Stillstand ist der Tod, geh voran, bleibt alles anders....'  Ja, ich will keinen Stillstand mehr. 

Vor einem Jahr hat mir ein Leben ohne Kind Angst gemacht - jetzt nicht mehr. Jetzt möchte ich nur nicht "Leben ohne zu LEBEN" - 

habt keine Angst, möchte ich euch zurufen,  nutzt den Wind der Veränderung, baut keine Mauern, baut Windmühlen und es wird ein Brausen durch euch fahren, bis in die Fingerspitzen, in die Zehen und bis in die kleinsten Zellen eures Körpers und ihr werdet eine ungeahnte Energie kennenlernen. 

Breitet eure Flügel aus. Und fliegt ...