Sonntag, 13. März 2016

All the difference

Sonntag Nachmittag auf dem Sofa. Die Sonne scheint, draußen ist es kälter als es scheint, aber wärmer als in den letzten Wochen. An mich gekuschelt liegt das Katertier und seufzt im Schlaf.

Ich liebe diese ruhigen, entspannten Stunden. Und besonders jetzt weiß ich sie zu schätzen, denn es war auch schon anders. Es gab Zeiten, da grauste es mir vor dem Sonntag Nachmittag, denn dem Sonntag folgt der Montag und das bedeutete: Büro. Oder noch früher: Rückgabe der Klassenarbeit - wahlweise Mathe oder Latein, die mir den Sonntag vermiesten.

Beim Blick auf den Kalender wird mir bewusst, dass wir Anfang März haben. Vor 2 Jahren um diese Zeit wären wir Eltern geworden. Letztes Jahr um diese Zeit würde uns der Diagnosefehler mitgeteilt, der zum endgültigen Aus wurde.

Schon erstaunlich, dass es erst so kurz her ist und trotzdem gefühlt schon so weit entfernt.

Ich bin angekommen, bei mir, im Wonderland und ich kann mir nicht vorstellen, zurück zu gehen.

Und ich bin mittlerweile der Ansicht, mein Leben mit Kind wäre nicht wertiger - es wäre anders, ja, aber es wäre nicht besser. Es liegt in dir selbst, was du daraus machst.

Nehmen wir doch mal meine Freundin - nennen wir sie mal Anna - also, meine Freundin Anna, eine paar Jahre jünger als ich, war lange das Küken in der Clique. Anna hat Mann und Kind, alle sind gesund, ein Haus gebaut, nen stressfreien Teilzeit Job und lebt das Gegenteil von meinem Leben, das Leben, das ich mir so ähnlich auch gedacht hätte. Und trotzdem ist sie nicht zufrieden mit ihrem Leben. Weiss nicht, was sie mit sich und ihrem Leben anfangen soll und das mit Anfang 30. Da hilft es auch nichts, hübsche Familienfotos auf Faceb**k zu posten, die nach FriedeFriedeEierkuchen oder wir spielen Vater-Mutter-Kind aussehen.

Meine Lebensvision wurde dagegen völlig umgekrempelt und trotz allem möchte ich nicht tauschen. Ich bin den schweren, den steinigen Weg zu mir selbst gegangen - und habe dabei viel über mich selbst gelernt.

Meine größte Sorge jedoch, dass unsere Ehe, unsere Partnerschaft dies nicht übersteht, hat sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil. And that makes all the difference.

Mein Grundschulfreund hat mittlerweile 3 Kinder, der Bruder einer Freundin, in den ich lang und heftigst verliebt war, hat 2 und selbst der Mann, mit dem ich kurzzeitig eine Gefühlsverirrung hatte, hat mindestens 1 Kind. Mit mir wäre ihnen die Vaterschaft nicht vergönnt gewesen und wer auch immer dort oben den Schicksalsteppich webt, hat die Fäden früh genug gekappt. Denn der einzige Mann, der diesen Weg mit mir gehen kann, ist an meiner Seite.

All the difference.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntagabend. Schätzt, was ihr habt, meine Lieben. ❤️

Fi

Kommentare:

  1. Das hast Du sehr toll geschrieben!! Und es ist tatsächlich so - wir müssen das was wir haben viel mehr schätzen auch wenn wir manchmal den Blick fürs Wesentliche verlieren. Danke liebe Fi ♥

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  2. Liebe Fi,
    wundertoll geschrieben. Was für ein schöner Blick auf die Dinge: "All the difference".
    Und ich freue mich immer noch so sehr darüber, wie angekommen Du bist.
    xoxo, Isa

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